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Weidel kündigt weitreichende Änderungen an: Deutschland soll Euro und Schengen verlassen

27.8.2026

Weidel kündigt weitreichende Änderungen an: Deutschland soll Euro und Schengen verlassen
AfD-Chefin Alice Weidel hat mit Aussagen über die politische Zukunft Deutschlands erneut für Aufmerksamkeit gesorgt. Sollte ihre Partei Regierungsverantwortung übernehmen, strebt sie weitreichende Veränderungen an. Dazu gehören ein Austritt Deutschlands aus dem Euro-System und dem Schengen-Raum sowie eine deutlich restriktivere Migrations- und Grenzpolitik. Weidel äußerte sich dazu im ZDF-Sommerinterview vom 23. August 2026. Deutschland raus aus dem Euro? Besonders weitreichend sind Weidels Aussagen zur europäischen Gemeinschaftswährung. Die AfD-Chefin verteidigte die Position ihrer Partei, wonach Deutschland das Euro-System verlassen soll. Weidel kritisierte die Stabilität der Gemeinschaftswährung und vertrat die Auffassung, dass Deutschland vor der Einführung des Euro wirtschaftlich besser aufgestellt gewesen sei. Die Forderung nach einem Euro-Austritt ist für die AfD nicht neu. Eine entsprechende Position findet sich bereits in der politischen Programmatik der Partei. Ein solcher Schritt hätte weitreichende Folgen. Neben der Frage nach einer neuen beziehungsweise wiedereingeführten nationalen Währung wären unter anderem deutsche Unternehmen, Exporte, Kredite, Ersparnisse und der europäische Binnenmarkt betroffen. Grenzen „zumachen“ und Schengen verlassen Noch deutlicher äußerte sich Weidel zur Migrationspolitik. Deutschland müsse sich nach ihrer Vorstellung stärker darauf konzentrieren, die Einreise von Migranten bereits an den Grenzen zu verhindern. In diesem Zusammenhang sprach sie davon, die Grenzen „zuzumachen“. Nach Angaben des ZDF sprach sich Weidel zudem dafür aus, dass Deutschland aus dem Schengen-Abkommen austritt. Das wäre ein erheblicher Einschnitt in die europäische Freizügigkeit. Der Schengen-Raum ermöglicht grundsätzlich Reisen zwischen seinen Mitgliedstaaten ohne reguläre Kontrollen an den gemeinsamen Binnengrenzen. Ein deutscher Austritt würde deshalb nicht nur Migranten betreffen. Er könnte auch Konsequenzen für Reisende, Grenzpendler und Unternehmen haben. Weidel fordert Rückkehr von Syrern Auch die Zukunft syrischer Flüchtlinge in Deutschland war Thema des Interviews. Weidel sprach sich dafür aus, dass Syrer in ihre Heimat zurückkehren. Gleichzeitig kritisierte sie die Möglichkeit, dass Menschen, die ursprünglich als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind, nach Erfüllung der gesetzlichen Voraussetzungen die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten. Die AfD fordert seit Langem eine wesentlich restriktivere Asyl- und Migrationspolitik und verwendet in diesem Zusammenhang auch den Begriff „Remigration“. Auf die Frage, wie umfangreiche Abschiebungen und entsprechende Rücknahmeabkommen beispielsweise mit Syrien oder Afghanistan konkret umgesetzt werden könnten, legte Weidel den Schwerpunkt vor allem auf die Verhinderung weiterer Einreisen und eine stärkere Kontrolle der deutschen Grenzen. Wirtschaftliche Folgen könnten erheblich sein Ein Austritt Deutschlands aus dem Euro und dem Schengen-Raum würde weit über die Migrationspolitik hinausgehen. Deutschland gehört zu den größten Exportnationen der Welt und ist wirtschaftlich eng mit den anderen EU-Staaten verflochten. Eine neue deutsche Währung könnte gegenüber anderen Währungen stark aufwerten. Dadurch könnten deutsche Waren im Ausland teurer werden und an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Auch dauerhafte Grenzkontrollen könnten zusätzliche Kosten verursachen. Besonders betroffen wären Unternehmen, deren Lieferketten regelmäßig über europäische Grenzen verlaufen, sowie Beschäftigte, die täglich zwischen zwei Ländern pendeln. AfD sieht sich auf dem Weg zur Regierungsverantwortung Weidel zeigte sich im Interview selbstbewusst hinsichtlich der politischen Zukunft ihrer Partei. Die AfD strebt Regierungsverantwortung sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene an. Ihre Aussagen machen deutlich, dass eine Regierungsbeteiligung der AfD nicht nur Auswirkungen auf die deutsche Migrationspolitik hätte. Auch das Verhältnis Deutschlands zur Europäischen Union, zum Euro und zum Schengen-Raum könnte grundlegend verändert werden. Wichtig ist jedoch: Deutschland hat weder einen Austritt aus dem Euro noch aus dem Schengen-Raum beschlossen. Bei den Aussagen handelt es sich um politische Forderungen und Ziele von Alice Weidel und der AfD für den Fall einer entsprechenden Regierungsverantwortung. Quelle: ZDF-Sommerinterview mit Alice Weidel vom 23. August 2026; ergänzende Berichterstattung von ZDFheute und Deutschlandfunk.